Abfallbehandlung und Zwischenlagerung durch die Nuclear Engineering Seibersdorf Die Nuclear Engineering Seibersdorf (NES) ist die einzige Sammelstelle für den in Österreich anfallenden radioaktiven Abfall.

Das Betriebsgelände von NES befindet sich in der Gemeinde Seibersdorf ca. 40 km südöstlich von Wien auf dem Areal des dortigen Forschungszentrums. Die NES ist ein 100%iges Tochterunternehmen des Austrian Institute of Technology (AIT) und hat zwei Hauptaufgaben, die beide im Auftrag der Republik Österreich durchgeführt werden:

  • Behandlung aller in Österreich anfallenden radioaktiven Abfälle von der Sammlung bis zur Zwischenlagerung
  • Dekommissionierung und Dekontamination von Anlagen, Einrichtungen und Materialien aus 45 Jahren nuklearer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten am Standort Seibersdorf

NES verwendet modernste Verfahren, um das Abfallvolumen zu reduzieren und gleichzeitig den radioaktiven Abfall in eine stabile und vor allem sichere Form zu bringen.

Im Wesentlichen gibt es bei der Abfallbehandlung drei Prozessschritte, die je nach Art des Abfalls durchlaufen werden:

  • Abfallannahme bis Sortierung: Die Übernahme des Abfalls erfolgt in der Übernahmehalle der NES. Dort wird der radioaktive Abfall vom Transportfahrzeug entladen und eine erste Charakterisierung des Abfalls durchgeführt. Anschließend wird der Abfall sortiert. Dabei erfolgt die Zuordnung zu den jeweils notwendigen nachfolgenden Bearbeitungsschritten.
  • Konditionierung: Größerer, sperriger Abfall wie beispielsweise kontaminierte Anlagen- oder Gebäudeteile, muss für die Konditionierung zerlegt und zerkleinert werden. Um das Abfallvolumen zu minimieren, wird versucht, kontaminierte Teile, Gegenstände oder Materialien so weit wie möglich zu dekontaminieren, um sie nach der Freimessung wieder in den konventionellen Stoffkreislauf überführen zu können beziehungsweise zu deponieren. Je nach Art des Abfalls kommen folgende Prozessschritte in Frage:
    • Verbrennung von brennbarem festen und flüssigen radioaktiven Abfall: Dabei werden die radioaktiven Stoffe in der Asche konzentriert, die dann weiter konditioniert wird. Dadurch wird einerseits eine hohe Volumensreduktion erzielt, und anderseits wird die Reaktionsfähigkeit der Materialen unterbunden.
    • Hochdruckverpressung von nicht brennbarem Abfall:  Auch hier wird eine Volumensreduktion erzielt. Durch das Pressen mit hohen Druck kommt es außerdem zu einem Einschluss des Materials in eine kompakte Matrix, ein herauslösen der einzelne Komponenten ist somit nicht mehr möglich. Die gepressten Stücke werden  übereinander in ein Abfallfass gestapelt.
    • In Fällen, wo ein Verbrennen oder Verpressen des Abfalls nicht möglich ist, kann zur Einbettung des Materials in eine feste Matrix eine Zementierung erfolgen.
    • ausgediente umschlossene radioaktive Quellen, die nicht an den Hersteller rückgeführt werden konnten, werden ausgebaut, dokumentiert, nach Nukliden sortiert und je nach Radionuklid und Aktivität weiter aufgearbeitet und konditioniert.
  • Trocknung bis Zwischenlagerung: Fertig konditionierte Abfallfässer werden in der Regel in der Fasstrocknungsanlage getrocknet, ehe sie ins klimatisierte Zwischenlager (Transferlager) gebracht werden. Dadurch wird der Abfall auch chemisch stabilisiert. Die Abfallfässer werden auf Stahlregalen (Fasspaletten) liegend gelagert. Dadurch sind sie jederzeit zugänglich und können regelmäßig inspiziert werden. Alle notwendigen Informationen zum Abfallmanagement werden in einer Datenbank dokumentiert und gespeichert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Nuclear Engineering Seibersdorf. Diese enthält detaillierte Beschreibungen zu den verschiedenen Methoden und Anlagen zur Abfallbehandlung sowie weitere interessante Informationen zu diesem Thema.