Ausschüsse Um die Aufgaben des Mandats des Entsorgungsbeirates zu erfüllen, wurden vier Ausschüsse, zusammengesetzt aus Mitgliedern des Entsorgungsbeirates, gegründet. Die Themen des jeweiligen Ausschusses orientieren sich stark an den einzelnen Punkten des Mandats.

Radioaktive Abfälle in Österreich – Fokus Mengen

Aufgaben

Der Ausschuss „Radioaktive Abfälle in Österreich – Fokus Mengen“ ist zuständig für die Bestimmung des aktuellen Inventars und erstellt eine Prognose der bis 2045 in Österreich anfallenden radioaktiven Stoffe. Zur weiteren Bestimmung und Charakterisierung des Inventars werden zusätzliche Daten gesammelt und ausgewertet, wie zum Beispiel Volumen sowie die radiologische, chemische und physikalische Charakterisierung und Herkunft der zu lagernden Abfälle.

Für die Erstellung der Bestandsaufnahme der radioaktiven Abfälle in Österreich wurde die Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH (NES) beauftragt. Die Bestandsaufnahme beinhaltet die anfallenden Rohabfälle pro Jahr, die Anzahl der Gebinde sowie des Gesamtinventars - sowohl aktuell als auch prognostiziert bis zum Jahr 2045.

Ergebnisse

Der Bericht zur Studie „Inventar radioaktiver Abfälle“ wurde von der NES in der 5. Sitzung  des Entsorgungsbeirates am 19. und 20. Oktober 2022 präsentiert. Die Studie lieferte eine detaillierte Auflistung der Art und Herkunft der radioaktiven Abfälle sowie eine Prognose für zukünftig anfallende Abfälle.

Ergänzend dazu wurde die Studie „Chemische Stoffe in radioaktiven Abfällen und Bewertung ihrer Freisetzung“ in Auftrag gegeben. Sie stellt die für die Endlagerung relevanten und bekannten chemischen Eigenschaften der radioaktiven Abfälle einschließlich ihrer mögliche Auswirkungen zusammenstellt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der 13. Sitzung am 4. und 5. Juni 2025 präsentiert und diskutiert. Für die Ausarbeitung wurden die NES und die AGES beauftragt

Auf Grundlage der Arbeiten in den Sitzungen, des Ausschusses und der Berichte „Inventar radioaktiver Abfälle“ und „Chemische Stoffe in radioaktiven Abfällen und Bewertung ihrer Freisetzung“ hat der Ausschuss „Radioaktive Abfälle in Österreich – Fokus Mengen“ Empfehlungen formuliert, die mit dem Entsorgungsbeirat diskutiert und beschlossen wurden.

Die Arbeiten zum Mandatspunkt 1 „Radioaktive Abfälle in Österreich: Erhebung des Status Quo“ dienen als Grundlage für die anderen Mandatspunkte und Empfehlungen.

Weg zur Bewertung der Optionen für eine Endlagerung

Aufgaben

Der Ausschuss „Weg zur Bewertung der Optionen für eine Endlagerung“ beschäftigte sich mit Mandatspunkt 2 „Analyse der Optionen für eine Endlagerung“ sowie mit Mandatspunkt 4 „Erstellung eines zeitlichen Ablaufs für die Entsorgung radioaktiver Abfälle“. Diese beiden Punkte sind eng miteinander verknüpft, da die entscheidenden Schritte im Prozess wesentlich davon abhängen, wie die Analyse der Optionen einer Endlagerung ausfällt.

Der Ausschuss hat die Aufgabe, eine methodische Herangehensweise für die spätere Bewertung verschiedener Endlageroptionen auszuarbeiten. Zu diesem Zweck sollen auch Ablaufpläne erstellt werden, die sowohl Beteiligte als auch Entscheidungsträger identifizieren. Außerdem empfiehlt der Ausschuss die Strukturierung der benötigten Inhalte und schlägt die Beauftragung notwendiger Berichten und Studien vor.

Ergebnisse

Studien, die auf Vorschlag des Ausschusses vom Entsorgungsbeirat angefordert wurden:

  1.  „Rahmenbedingungen für die Entsorgung radioaktiver Abfälle“, durchgeführt von der Universität Linz, Institut für Umweltrecht. Der Bericht stellt die internationalen und europäischen Vorgaben zur Endlagerung sowie die nationale Rechtslage dar. Die Studie wurde im Rahmen der 6. Sitzung am 1. und 2. Februar 2023 präsentiert.
  2. „Methoden zur Abschätzung des Langzeitverhaltens und der Ausbreitung von Radionukliden“, durchgeführt vom Institut für Isotopenphysik der Universität Wien und der AGES. Dieser Bericht beinhaltet die wissenschaftlichen und technischen Methoden zur Abschätzung des langfristigen Verhaltens radioaktiver Stoffe im Endlager. Der Bericht wurde im Rahmen der 6. Sitzung am 1. und 2. Februar 2023 präsentiert.
  3. Der Bericht „Gegenüberstellung der Optionen von Endlagern“ wurde vom Öko-Institut e.V. (Deutschland) ausgearbeitet und beinhaltet die verschiedenen verfügbaren Optionen für Endlager. Der Bericht wurde im Rahmen der 8. Sitzung am 27. und 28. September 2023 vorgestellt.
  4. Mit dem Bericht „Vorschlag für Sicherheitskriterien und Störfallszenarien“ wurden die Universität für Bodenkultur (Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften), die Technische Universität Wien ( TRIGA Center Atominstitut, Center for Labelling and Isotope Production), die Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH und die AGES beauftragt. Dieser Bericht enthält Vorschläge für die Kriterien zur radiologischen Sicherheit sowie  für die sicherheitsrelevanten Eigenschaften des Endlagers (Sicherheitskriterien). Der finale Bericht wurde in der 7. Sitzung am 10. und 11. Mai 2023 präsentiert.
  5. „Vorschlag für Standortauswahlkriterien“ entstand unter Zusammenarbeit von NES, AGES, der Montanuniversität Leoben, der Universität Wien mit dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung und dem Österreichischem Ökologie-Institut. Die Grundlage für diese Studie bilden alle zuvor durchgeführten Studien, die in die Auswahl der Kriterien einfließen sollen. Der Bericht wurde in der 9. Sitzung am 31. Jänner und 1. Februar von den Autorinnen und Autoren vorgestellt.
  6. „Ableitung von Klassifizierungswerten für langlebige Radionuklide spezifisch für das österreichische Inventar radioaktiver Abfälle“ wurde von der AGES und der NES ausgearbeitet. Dieser Bericht wurde im Rahmen der 12. Sitzung am 29. und 30. Jänner 2025 präsentiert. 

Für die Weiterbearbeitung des Zeit- und Ablaufplans wurde ein eigener Ausschuss gegründet (Verweis Ausschuss „Zeit- und Ablaufplan“).

Die vom Ausschuss erarbeiteten Empfehlungen, auf Basis der durchgeführten Studien, der Inhalte in den Sitzungen und der Arbeiten des Ausschusses, wurden mit dem Entsorgungsbeirat diskutiert und beschlossen.

Rahmenbedingungen für die Einbindung der Öffentlichkeit

Aufgaben

Der Ausschuss "Rahmenbedingungen für die Einbindung der Öffentlichkeit" erarbeitet Themen in Bezug auf Mandatspunkt 3 zu Transparenz und Beteiligung sowie den Wissensstand der Bevölkerung. Er liefert zudem Vorarbeiten für eine Stakeholder-Map sowie Eckpunkte für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation über die Arbeit des Entsorgungsbeirates.

Ziel ist es, ein Beteiligungskonzept unter Berücksichtigung technischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Aspekten zu entwickeln. Es soll Empfehlungen beinhalten, wie und wann die Bevölkerung informiert, beteiligt und einbezogen wird.

Ergebnisse

Die Umweltbundesamt GmbH wurde beauftragt, eine explorative Studie „Österreich und seine radioaktiven Abfälle: Was sie schon immer wissen wollten und wir Sie schon immer fragen wollten“ durchzuführen. Die Studie wird mit qualitativen sozialwissenschaftlichen Methoden durchgeführt, die in Abstimmung mit dem Entsorgungsbeirat und dem Ausschuss „Rahmenbedingungen Einbindung der Öffentlichkeit“ ausgewählt wurden. Um die Meinungsbildung und den Wissensstand verschiedener Menschen in Österreich zum Thema radioaktive Abfälle zu erfassen, wurde die Methode der Fokusgruppen gewählt. Die Ergebnisse der Studie wurden in Rahmen der 7. Sitzung am 10. und 11. Mai 2023 präsentiert.

Die Erkenntnisse aus der Studie wurden bei der Erstellung des Beteiligungskonzepts berücksichtigt. Das Beteiligungskonzept wurde gemeinsam mit dem Abschlussbericht im Herbst 2025 beschlossen.  

Die „Ergänzung zum Vorschlag für Standortauswahlkriterien – Mögliche sozioökonomische Standortkriterien für die Suche eines Standortes zur Endlagerung radioaktiver Abfälle“ wurde von den Autorinnen und Autoren der Umweltbundesamt GmbH im Rahmen der 12. Sitzung am 29. und 30. Jänner 2025 vorgestellt. 

Die Ausarbeitung eines Feinkonzepts für ein Informationszentrum, das als Ausschreibungsgrundlage dienen soll, wurde ebenfalls in Auftrag gegeben. 

Zeit- und Ablaufplan

Aufgaben

Im Rahmen des Mandatspunktes 4 „Erstellung eines zeitlichen Ablaufs für die Entsorgung radioaktiver Abfälle“ ist der österreichische Entsorgungsbeirat damit beauftragt, einen Zeit- und Ablaufplan für die Entsorgung der in Österreich anfallenden radioaktiven Abfälle zu erstellen. Dieser strategische Plan enthält die wichtigsten Ziele und die damit verbundenen maßgeblichen Meilensteine, Leistungskennzahlen und Zeitpläne. In Rahmen der fünften Sitzung am 19. und 20. Oktober 2022 wurde vom Entsorgungsbeirat die Einrichtung eines Ausschusses „Zeit- und Ablaufplan“ beschlossen. Dieser soll den Zeit- und Ablaufplan, der von den Expertinnen und Experten der AGES erstellt wurde, finalisieren und weiterbearbeiten.

Ergebnisse

Der Zeit- und Ablaufplan ist ein lebendes Dokument und wird aufgrund neuer Erkenntnissen aus den weiteren Berichten sowie aus dem Beteiligungskonzepte laufend angepasst. Er wird als gelenktes Dokument geführt, um sicherzustellen, dass stets die aktuelle und geprüfte Version verwendet wird. Der Bericht zum Zeit- und Ablaufplan wurde gemeinsam mit dem Abschlussbericht im Herbst 2025 beschlossen.